Thomas Vondrak über die Hintergründe des Filmes
Ich war schon immer fasziniert vom US-amerikanischen Kino – und vor allem von der New Generation of Hollywood der 1970er Jahre. In Anlehnung an diese filmgeschichtliche Epoche verstehe ich auch ETUI als filmästhetisches Experiment. Mein Interesse galt der Art und Weise, wie an die Story herangegangen wurde – nämlich indem die Dramaturgie durch ambivalenten Außenseiter getragen worden ist, die nicht gezwungenermaßen ein Happy End ansteuerten. Heute haben wir uns an diesen Bruch mit traditionellen Erzählweisen gewöhnt, was in mir die Herausforderung weckte, dem heutigen Publikum etwas unerwartetes Neues bieten zu können.
Auf die Frage, was ich in meinem Leben machen möchte, lautete meine Antwort schon seit etlichen Jahren eindeutig: „Ich will Filme machen!“ Und die Antwort darauf war ebenfalls stets dieselbe: „Das ist in diesem Land sehr schwer…“. Dabei hatte ich die Geschichte zu ETUI schon vor einigen Jahren geschrieben. Immer wieder gab es kurze Ansätze, die Story zu drehen. Wirklich reif wurde die Zeit dann 2005. Früh war klar, dass wir diesen Film selber produzieren werden, da eine Förderung unwahrscheinlich war und wir keine Zeit mehr verstreichen lassen wollten. Alles nahm mit dem Casting seinen Lauf und schon waren wir mittendrin…
Mein erklärtes Ziel mit diesem Film ist es, die Zuseher zu unterhalten, indem sie sich in der Handlung gehen lassen und es mir erlauben, sie in Spannung zu versetzen. Wenn es mir mit dem Film gelingt, diese Spannung bis zum Ende zu halten, dann habe ich mein Ziel erreicht.
Ja, seit 2005 ist viel Zeit vergangen und auch mir wäre es lieb gewesen, hätten wir den Film schon früher finalisieren können. Angesichts der gegebenen Situation bin ich aber genau genommen stolz darauf, dass wir es in eben dieser Zeit überhaupt geschafft haben. Das habe ich einem Team von hoch motivierten Profis zu verdanken, deren Enthusiasmus größer war als der Gedanke an finanzielle Gegenleistungen.
Da uns keinerlei Förderungen zur Verfügung gestanden sind, waren die Mittel für einen Film dieser Größenordnung mehr als knapp bemessen. Weil wir nicht mehr Budget hatten, musste der gesamte Film in knappen zehn Tagen abgefilmt werden – und es waren bei Leibe lange Drehtage! Es war ambitioniert, aber wir haben es geschafft. Der Film musste einfach in dieser kurzen Zeit im Kasten sein, weil alle an dem Projekt beteiligten Berufen nachgehen, die sie nicht vernachlässigen konnten.
Dennoch ist es gelungen das Team zu begeistern und rückwirkend betrachtet kann ich mit Sicherheit behaupten, dass wir uns alle Zeit genommen haben, das Projekt reifen zu lassen und bin heute stolz auf das Ergebnis. Und heute sage ich, dass der Zeitpunkt genau der richtige war – vor sieben Jahren wäre ich bestimmt nicht in der Lage gewesen all das in dieser Form auf die Beine zu stellen.
Meine Danksagung geht an dieser Stelle nicht zuletzt an Susanne Berger, die mich stets in dem Vorhaben bestärkt hat. Susanne sowie allen anderen, die sich für das Entstehen des Kurzfilmes eingesetzt haben, danke ich für ihren Einsatz und dafür, dass sie an das Projekt geglaubt haben. Dank vieler Freunde und Partner im Film- und Video-Business fanden wir professionelle Unterstützung, ohne derer der Film heute nicht wäre, was er ist. Und danke auch an das Café Stadtbahn, in dem wir an insgesamt fünf Tagen drehen durften.




